Reisebloggerin „Patotra"

Wir haben mit der Schweizer Reisebloggerin Ellen Gromann-Goldberg über die schönste Zeit im Jahr gesprochen - die Ferienzeit. Ihr Familien-Reiseblog heisst patotra.com, was soviel bedeutet wie "Passion to Travel". Dort teilt sie ihre Ferienerlebnisse, die sie mit ihrer Familie erlebt, und regt zu neuen Reisen an. Heute dürfen wir ein bisschen genauer nachfragen. Wie verbringt sie ihre Sommerferien, was gilt es beim Reisen mit Kindern zu beachten und gibt es ein ganz besonderes Erlebnis, dass sie während ihrer Ferien erlebt hat? 

Na, neugierig geworden? Wir freuen uns, Ihnen heute die sympathische Ellen vorzustellen, die mit ihrem Mann und ihren 3 Kindern am Bodensee lebt.

Sie haben einen klassischen Sommerurlaub gebucht. Wo geht die Reise hin und warum?

Tatsächlich habe ich dieses Jahr keinen „klassischen“ Sommerurlaub gebucht. Dieses Jahr werden wir als Familie mit Kolumbien einen für uns neuen Kontinent kennenlernen. Ich bin schon sehr aufgeregt und freue mich wahnsinnig auf die neuen Eindrücke. 

Die ganze Familie bei der Kaffeeernte auf der kolumbianischen Kaffeehazienda Bosques ©patotra.com
Die ganze Familie bei der Kaffeeernte auf der kolumbianischen Kaffeehazienda Bosques ©patotra.com

Hätte ich allerdings einen klassischen Urlaub gebucht, wäre meine Wahl auf Italien gefallen. Ich liebe das italienische Lebensgefühl und natürlich die italienische Küche. Ausserdem ist Italien kulturell und landschaftlich sehr reizvoll. So ist für jedes Familienmitglied etwas dabei, was ihm besonders Spass macht.

Die Kombination zwischen Aktiv- und Strandurlaub ist ideal für eine Familienreise.

Welche Stadt, die Sie bisher bereist haben, hat Sie am meisten beeindruckt und warum?

Singapur ist eine Stadt, die mich immer wieder fasziniert. Sie hat so viele verschiedene Gesichter und ist sehr bunt. Die vielen verschiedenen ethnischen Gruppen – Chinesen, Malaien,  Inder und weitere – verhelfen dieser Stadt zu einer unglaublichen Vielfalt. 

Auch kulinarisch ist Singapur ein Erlebnis. Was ich jedoch ganz besonders an dieser Stadt mag ist, dass man neben dem Grosstadtdschungel mit seinen glänzenden Wolkenkratzern auch den tatsächlichen Dschungel mit frei lebenden Affen und viel Natur erleben kann.

Das bunte Singapur ©patotra.com
Das bunte Singapur ©patotra.com

Und meine Lieblingsstadt in Europa ist London. Auch hier gefällt mir das multikulturelle Leben und die vielen Grünflächen und Parks in der Stadt. Ausserdem mag ich den britischen Lebensstil. So ein gepflegter Afternoon Tea hat schon etwas und der britische Humor ist sowieso unschlagbar.

Welche Vorbereitungen sollte man vor einer Reise mit Kindern treffen?

Ganz wichtig ist, dass man eine Reise gemeinsam mit den Kindern vorbereitet. Es ist wichtig, dass die Kinder schon im Vorfeld eine Ahnung davon bekommen, wie es am Urlaubsort aussehen wird. Zum Beispiel, wie die Menschen dort leben und welche Besonderheiten es gibt. Das sind Dinge, die man sich sehr gut gemeinsam erarbeiten kann. Das macht Spass und steigert auf allen Seiten die Vorfreude. 

Ganz wichtig ist auch, über die Anreise zu sprechen und darüber, wie lange sie dauern wird. Kinder können mit einer langen Reise viel besser umgehend, wenn sie sich darauf einstellen können und wissen, dass sie am Reiseziel etwas Spannendes erwartet.

Wir persönlich achten bei der Vorbereitung immer darauf, dass für jedes Kind – und natürlich auch für uns Eltern  ein kleines Highlight im Urlaub dabei ist.

Konkret sieht das zum Beispiel so aus, dass wir unserem Grossen zuliebe alle einen Angeltag einlegen – dafür „muss“ er dann auch eine Wanderung ohne zu murren mitmachen. Das klappt meistens ganz gut.

Wenn die Kinder bereits lesen können, empfehle ich Packlisten für die Kinder zu erstellen. So können sie beispielsweise ihre Kleider selber richten. Auch das hilft, die Kinder mit in die Vorbereitungen einzubeziehen und es entspannt den Packstress für die Eltern sehr. Natürlich sollte man als Eltern nochmal einen kurzen Blick darüber werfen, bevor alles in den Koffer gepackt wird.

Bei Reisen mit grösseren Kindern und Teenagern finde ich es ganz wichtig, dass vor einer Reise der Umgang mit Handy und Co. besprochen und geregelt wird. Unsere Kinder durften viele Jahre gar keine Handys mit in die Ferien nehmen. Das war immer sehr entspannt. Natürlich müssen dann auch wir Eltern unser Online-Konsumverhalten auf das nötige Minimum beschränken. Das ist nur fair.

Was sollte man unterwegs immer dabeihaben?

Wenn Kinder hungrig oder durstig sind, sind sie keine angenehmen Reisegefährten. Daher habe ich unterwegs immer etwas zu trinken und eine Kleinigkeit zu knabbern dabei. Das hat uns ganz bestimmt schon vor einigen Schlechte-Laune-Erlebnissen bewahrt.

Wenn die Kinder noch klein sind, gehört auch ein Kartenspiel oder ähnliches ins Handgepäck. Das hilft sehr, unterwegs Wartezeiten zu überbrücken.

Ausserdem habe ich immer Sea Bands in der Tasche. Die Kinder und auch ich neigen dazu, das Autofahren nicht so gut zu vertragen. Die Armbänder mit einem Akkupressurdruckpunkt helfen da gut.

Ich persönlich muss unterwegs auch unbedingt eine gute Kamera im Rucksack haben. Aber das ist vermutlich als Blogger eine „Berufskrankheit“.

Sie waren mit Ihren Kindern in Thailand. Was war Ihr schönstes Erlebnis?

Da gibt es so viele! In Bangkok, als unser Jüngster, damals knapp 5 Jahre alt, nach einem langen Tag mit Sightseeing müde im Boot stand, weil alle Sitzplätze belegt waren, schnappte ihn sich eine junge, bildhübsche Thailänderin und setzte ihn sich auf den Schoss. 

Ich werde nie vergessen, wie glücklich sich die beiden angestrahlt haben.

Letzten Winter haben wir auf einer geführten Kanutour in der Phang Nga Bucht einen Pfeilschwanzkrebs gefunden. Die Dame, die uns durch den Mangrovenwald paddelte, schnappte ihn und erzählte, dass er gegrillt köstlich sei. Wir waren etwas betrübt, dass dieses faszinierende Tier auf dem Grill landen sollte.

Nach der Tour wollten wir uns ein ganz besonderes Dorf auf einer kleinen Insel anschauen. Plötzlich zog unser Guide den Pfeilschwanzkrebs hinter seinem Rücken vor und überreichte ihn unserem älteren Sohn, der an diesem Tag seinen fünfzehnten Geburtstag feierte. 

Er erklärte ihm, dass es in Thailand üblich sei, dass man am Geburtstag einem Tier das Leben oder die Freiheit schenkt. Das bringt Glück!

Also wies er unseren Sohn an, dem Pfeilschwanzkrebs gute Gedanken mitzugeben und ihn damit in die Freiheit, ins Meer zu entlassen. Das war ein sehr bewegender Moment für uns alle.

In der Phang Nga Bucht: Dem Pfeilschwanzkrebs wird das Leben geschenkt. Ein schönes Geburtstagsritual ©patotra.com
In der Phang Nga Bucht: Dem Pfeilschwanzkrebs wird das Leben geschenkt. Ein schönes Geburtstagsritual ©patotra.com

Dann fällt mir noch die hautnahe Begegnung mit den Elefanten im Khao Sok Nationalpark ein. Wir durften die Elefanten füttern und waschen. Ein wahnsinnig tolles Erlebnis, zumal es den Elefanten dort wirklich gut geht, was leider in vielen Camps nicht der Fall ist.

Auf Tuchfühlung mit den Elefanten im Elephant Hills Camp im Khao Sok Nationalpark ©patotra.com
Auf Tuchfühlung mit den Elefanten im Elephant Hills Camp im Khao Sok Nationalpark ©patotra.com

Natürlich gibt es noch viele weitere, unvergessliche Momente. Eine Bootsfahr auf dem Ceow Lan Lake im Khao Sok Nationalpark, ein Schnorcheltrip zu den Surin Inseln und das Eintauchen in die bunte Unterwasserwelt...

Was würden Sie Reisenden mit auf den Weg geben, die noch nie in Thailand waren?

Man sollte sich unbedingt vorher über die Kultur und die Gebräuche erkundigen. Auch wenn die Thais uns Ausländern vieles mit einem Lächeln nachsehen, sollte man doch ein wenig über die Gepflogenheiten Bescheid wissen.

Ansonsten empfehle ich einfach hin zu reisen, mit offenen Augen und offenem Herzen auf die Menschen zuzugehen und einfach staunen und geniessen. Und das Ganze „langsam, langsam“, wie die Thais es uns so gerne mit auf den Weg geben.

Ellen hat bereits ihre tollen Tipps für die Sommerferien mit uns geteilt. Praktische Packlisten für die Ferien und mehr Ideen für die Reiseplanung finden Sie bei Ackermann.ch - Ferienzeit 

Herzlichen Dank!

Wir bedanken uns für den Einblick in die Erfahrungen der Schweizer Reise- und Familienbloggerin und wünschen Ellen mit ihrer Familie und patotra.com noch viele wunderbare Ferienerlebnisse!

Interview: Frühling 2016

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